Die Zeit, die Zeit

Am Sonntag haben Moni und nero, Emmi und ich eine kleine Wanderung durch den Schriesheimer Steinbruch gemacht, ein bisschen lost places, schöne Natur, Burgen, weiter Ausblick, und einige Menschen die da unterwegs waren.
Danach gabs noch veganes Eis bei einer bio Eis Manufaktur in Heidelberg.

Montag hieß es wieder arbeiten, neue Baustelle, Boden raus. Abends hab ich dann noch eine kleine Radtour gemacht, bin einfach der Nase nach gefahren, das lieb ich. Ich hatte mein Handy dabei, als notfalloption falls ich nicht mehr weiß wo ich bin und wie ich zurückkomme. Es hat sich so frei angefühlt, alleine auf der Straße, Aussenrum Wald, frische Luft, vögelgezwitscher. Hat mich an meine Radtour erinnert, ich hab solche Sehnsucht danach. Zelten, schlafen wo ich ankomme, die ganze Zeit draußen sein, mit der Natur im Einklang. Im Straßengraben hab ich ein totes reh entdeckt, später dann beim Jäger gemeldet, der erzählte mir dann aber der zuständige Jäger sei grad im Urlaub, es bleibt liegen..
Mein Kopf hat in letzter Zeit viel zu denken, aber do langsam löst sich wieder viel, weil ich das alles kommunizieren kann. Es tut so gut drüber zu reden.

Dienstag standen Bodenlegen und Vorstellungsgespräch auf dem Plan. Das hat geklappt, und noch viel mehr. Fühlt sich gut an weitergekommen zu sein. Waren ne runde mit den Hunden draußen, bin geradelt, hab Briefumschläge gebastelt, ein webinar über das soziale Leben von Hunden mitangeschaut, eine Doku auf Terra X angefangen zu schauen über Südostasiens Schätze. Und bei WG- gesucht hab ich mich jetzt auch mal angemeldet.
Fühlt sich alles ganz gut an gerade.

Gegen Rassismus und Diskriminierung

Es ist wirklich sehr seltsam alleine auf ne relativ große Demo zu gehen.
Nachdem ich vormittags noch mitgearbeitet hab, bin ich um 12 in den Zug gestiegen. Schon auf der Fahrt habe ich einige Menschen mit schwarzen Oberteilen gesehen, der Regen hatte etwas nachgelassen. Auf dem Schlossplatz hier in Mannheim tragen fast alle oben schwarz und blaue oder schwarze Hosen.
Das Thema: Black Lives Matter (schwarze Leben zählen)
Der Grund: der Tod von George Floyd
In ganz Deutschland sind einige Demos, zum Teil auch Silent-Demos mit Schweigen und Gedenken. Wie wollen Solidarität zeigen und kundtun, dass wir nicht einverstanden sind mit dem jetzigen Zustand. Gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Ein bisschen pseudo mäßig kommt mir das schon vor, selfies, Gruppentreffen (trotz Corona) ja es werden Masken getragen(nicht von allen und das macht mich unfassbar wütend, weil wenn du keine tragen willst oder kannst, dann geh auf keine GroßVeranstaltung!), es wird auch kaum Abstand gehalten, gibt viele Klein Grüppchen. Mich nervt dieser “Punk”dress Code. Ich weiß nicht, wohl fühlen tu ich mich nicht, ich fühl mich kaum verbunden mit den Menschen hier. Auf jedem zweiten Plakat steht dasselbe. Ein hashtag. Verändert das was? Ist das ein Zeichen gegen rassismus? Oder ist es nur ein Image.
Wir müssen viel mehr ändern, unseren Alltag, denn dort drin, in allem was wir konsumieren und tun steckt rassismus und diskriminierung.
Ein paar Redner*innen sind auch nicht so textsicher und ich höre Formulierungen, die andere ausschließen. Das nervt mich, auch wenn ich weiß dass Menschen, die zum ersten Mal eine Demo organisieren nicht alles “richtig” machen können. Die Lautsprecher sind auch nicht laut genug, dass die Menschen hinten den Reden folgen können.
Die Sonne kommt raus, trotzdem ist es ein wenig kühl. Ich bin froh, dass es nicht regnet.
Trotzdem denke ich darüber nach, wieder zu fahren.
Ich hätte stattdessen heute auch nach Worms fahren können, da haben sich Nazis und Rechte heute zum “Tag der Deutschen Zukunft” versammelt, wie jedes Jahr. Einige Antifaschistische Gruppen und Aktionen sind dort hingefahren, um die Nazis nicht ungehindert feiern zu lassen.
Es gab dann noch eine Rede von einer “schwarzen Frau aus Mannheim” ich persönlich fand diese Beschreibung ziemlich blöd. Ihre Rede war gut, es ging um Alltagsrassismus und Verantwortung, um ihre persönlichen Erfahrungen. Endlich klang etwas echt.
Trotzdem blieb ich nicht zum Ende. Ich schaute dann dass ich die nächste sbahn nach Heidelberg bekam.
Dort war ich noch im buchladen, konnte endlich ein bisschen abschalten. Hab mich in Kinderbüchern verloren, geträumt..bald werd ich wieder ein Jahr älter, was will ich? Was wünsch ich mir? Zeit..Mut.. nichts konsumierbares. Zugfahrkarten vielleicht. ich weiß ja noch nicht mal was ich ab September mache. Hab zwar bald das Vorstellungsgespräch und am Dienstag per Skype noch ein anderes, aber Sicherheit hab ich nicht.

Ein Leser*innenbrief bzgl dem RNZ-Artikel

Ich muss zugeben, dass ich die ganze Zeit schon sehr gespannt auf die Berichterstattung der regionalen Tageszeitung über die Demonstration vor der Heidelberg Cement Zentrale war. Der abgedruckte Artikel enttäuscht mich, die ersten 3 Sätze berichten von der Demo, der restliche Artikel beschönigt das alltägliche Geschäftsgebaren von Heidelberg Cement. Ich selbst war Teil der Demonstrierenden und möchte meine Sicht mitteilen.
Soweit ich weiß, stand es nicht auf der Tagesordnung der Hauptversammlung über Klimaschutz zu reden. Dies war ein Grund für die Demonstration, denn es ist wichtig, dass im Jahre 2020 endlich mal über Klimagerechtigkeit geredet wird. Falls die Aussage stimmt, dass es “wie draußen vor der Tür auch drinnen um den CO2-Ausstoß des Konzerns und Menschenrechte” geht, sehe ich da schon mal Erfolg, denn zumindest wurde es erwähnt. Wobei ich diese Aussage auch kritisch hinterfragen muss, wurde nur darüber geredet oder gibt es auch Ziele und Beschlüsse?
Es wird betont, dass sich der Konzern in allen Ländern, in denen er tätig ist, an Rechtsnormen und ethische Standards hält und Rendite nicht über alles stellt.
Die Realität sieht aber so aus, dass diese Rechtsnormen und Standards eben oftmals nicht ausreichend für Umwelt und die dort lebenden Menschen sind.
Auch das Ziel bis 2050 klimaneutralen Beton anbieten zu wollen, erscheint “Kritiker*innen”, richtig erfasst, nicht ambitioniert genug. Bis 2050 sind es noch weitere 30 Jahre! Natürlich kann nicht alles morgen schon erreicht sein, aber ein bisschen ernster darf das Thema schon genommen werden. Im Pariser Abkommen wurde ein Klimaziel von 1,5 Grad beschlossen, dieses kann keinen falls erreicht werden, wenn Firmen wie Heidelberg Cement so weiter machen und erst 2050 klimaneutral werden wollen.
Wir, die Jugend, alle Menschen, die sorgenvoll in die Zukunft schauen, haben Angst, Angst vor weiteren, noch drastischeren Folgen des Klimawandels, der jetzt schon dramatische Ausmaße annimmt und viele Krisen anrichtet. Das war der Grund warum wir da waren und um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Können Sie nun meine Enttäuschung über Ihre Berichterstattung nachvollziehen?

Klimagerechtigkeit-Jetzt, aber Zack Zack!

Heute bin ich statt vormittags zu arbeiten, auf eine Demo gefahren. Ich kam schon früher auf den Platz vor dem Heidelberg cement Hauptsitz. Ein hässliches, sehr teuer aussehendes, neues Gebäude. Wir standen im Park davor, mit Bannern und schildern, ich hab mich als Ordnerin bereiterklärt. Haben dafür gesorgt, dass alle Abstand halten, alle Mund Schutz tragen und keine Flyer ausgeteilt werden.
Die Polizei wollte die Ausweise der ordner*innen sehen, ich hab das aber nicht mitgemacht. Ich konnte mithelfen einen Banner aufzuhängen und den pavilion auf zu stellen, hab auch mal ein transpi (transparent) gehalten geholfen, als Ablöse und kräftig mitgeschrien.

“What do we want? – Climate Justice – when do we want it? – Now!”

2 Menschen von der Organisation “Robin Wood” kletterten auf Laternen und hängten 3 große Banner auf, die den etwas umgeänderten und ehrlicheren Slogan von Heidelberg Cement zeigten:
Echt, Stark, Grün.
Auch Extinction Rebellion machten auf das “Grün- gewaschen” aufmerksam.

Der Hintergrund: Heidelberg Clement lobt sich selber mit Nachhaltigkeitsberichten, verheimlicht aber was unter anderem die tochterfirmen im Hintergrund so alles anstellen.
Zum Beispiel soll im Kendeng Gebirge in Indonesien eine neue Zementfabrik errichtet werden, gegen den Protest der indigenen Bevölkerung dort. Das ist nur eins von vielen Beispielen, die uns “Indonesia watch” vorstellten.
Der Anlass der Demo war die virtuelle heutige Hauptversammlung des Unternehmens, wir bekamen Aufmerksamkeit, immer wieder schauten einige Gesichter aus den Fenstern des Gebäudes.
Eine Trommelgruppe begleitete die Veranstaltung, die von Friday’s for Future organisiert wurde, tanzend und trommelnd. Außerdem ließen sich die veranstaltenden eine Alternative Hauptversammlung einfallen, bei der es sehr wohl um Klimagerechtigkeit ging, im Gegensatz zur der wirklichen, bei der dieses mit keinem Wort auf dem Plan stand.

Viel los

Es ist der 4.6.. schon wieder ein neuer Monat. Die erste Juni Woche ist schon wieder fast vorbei. Es ging schnell, gerade erst war ich noch in Bonn, jetzt bin ich wieder in Heidelberg. Ich hab viel zu erledigen, so nebenbei und krieg davon nicht so viel auf die Reihe. Müsste mich um den Geldbeutel kümmern, den ich verloren hab, bzw von dem ich vermute, dass er mir geklaut wurde.
Und auch habe ich das mit dem Arbeitslosengeld und der flugrückerstattung immer noch auf meiner todo Liste stehen.
Ich war die ersten Tage hier wieder viel am Handy, Versuch aber das zu reduzieren und es bewusster zu machen. Sonst bin ich sehr glücklich mit mir selber und dem um mich rum.
Ich hab mir endlich eingestanden, dass das unterwegs sein, auch wenn es mir Spaß macht, doch auch anstrengend ist.
Nachdem ich auf der Demo war hab ich nachmittags noch mitgearbeitet, wir waren auch bei einer Familie und haben da Muster mitgebracht, um zu schauen, wie die Alten Stühle bezogen werden sollen. Das hat Spaß gemacht.
Wohn Psychologie ist total interessant und spannend.
Wir waren dann noch einkaufen und haben vegane burger gemacht, alle anderen haben auch vegan gegessen, das war voll schön.
Nachdem ich heute Abend motiviert war, mit dem design meiner Kurzgeschichte weiter zu machen und es dann nicht geklappt hat, war ich dann ziemlich deprimiert. Hab noch ein bisschen mit Hund gekuschelt, das tat gut.

Endlich wieder schreiben

Die letzte Woche ist viel passiert, ich war wieder unterwegs. Hab neue Tips zum massieren bekommen, hab gut gegessen, war spazieren und hab wirklich vor gemacht, War auf einem Theater Stück von seebrücke zum Thema Flucht und europäische Grenzen, draußen auf dem Marktplatz auf decken saßen wir, außerdem haben wir einen grossen Kühlschrank für die WG in einem kleinen Auto und dann in den 5. Stock gebracht. Wir waren einmal an einem See, Baden das tat so gut, nachdem ich so oft von schwimmen geträumt hatte. Wir waren am Rhein, haben Gelesen und gemalt.
Jetzt bin ich wieder zurück, als ich ankam hatten schon Salate und Gemüse und Tofu auf mich gewartet. Auf der Arbeit konnte ich Stoffe für weitere Masken zu schneiden. Nachmittags waren wir mit den Hunden spazieren, das war schön, der Wald, ein Bach, Ruhe, der Geruch von Heu. Es ist warm.
Am Donnerstag will ich auf ne Demo gehen. Der Heidelberger Konzern „heidelberg cement“ ist in Sachen Umweltzerstörung groß dabei.
Heute Abend hab ich Spaghetti mit Tomatensoße gekocht, Brief geschrieben und telefoniert. Ein bisschen glaube ich heute mit meinen Gefühlen weitergekommen zu sein..

Landstreicherinnen-Leben

Kaum habe ich einen Ort, an dem ich mich wohlfühle und an den ich immer wieder gerne zurückkommen kann; will ich wieder weg. Die Arbeit macht mir Spaß, und ich hab mich entschieden erstmal so weiter zu machen. Ich kümmere mich mal mehr mal weniger darum dass ich die Ausbildung im September anfangen kann.
Aber jetzt, da ich wohl doch einen groben Plan habe für die kommenden Monate, kann ich wieder phantasieren.
Gestern habe ich mir wieder Zugverbindungen angeschaut, habe die freie Woche durchgeplant. Ich freu mich drauf. Ich fühl mich gut dabei. Vorfreude ist was schönes.
Und ja ich muss auch einfach annehmen, dass es vielleicht auch einfach Zeit ist und okay ist weniger Zeit dort zu verbringen, wo ich aufgewachsen bin.
Aber ich vermisse es auch ein bisschen.
Heute waren wir wieder mit den Hunden unterwegs, an Feldern vorbei, Kornblumen, Roggen, Hafer, mohnblumen, blauer Himmel, große Bäume, kühler Wald, warme Sonne.
Ich hab viele Ideen, zum Beispiel holundersirup zu machen, hummus als Brotaufstrich selber zu machen, Kunst, lieber hören, Texte schreiben..
Außerdem hab ich heute Tomaten und andere Pflanzen umgetopft, das Gefühl von den Händen in der kalten Erde ist phantastisch.
Zuvor gab es Eis aus einer Eisdiele, die erst gestern neu eröffnet hat. Ich hatte ewig kein Eis.
Mal schauen was die nächste Woche bringt, ich bin gespannt.

Der Rhythmus

Auch wenn dieser Rhythmus gut tut, kann ich mir das nicht für einen längeren Zeitraum vorstellen. Es ist wie letztes Jahr. Vollzeit Arbeit hat kaum noch Zeit für hobbies. Ich geh abends spazieren, war letztens an einem Fischteich und bei den Schafen, gestern joggen und dann ein bisschen geocachen. Ich hatte richtig viel Energie und gemerkt, wie sehr mein Körper die Anstrengung braucht. Auf der Arbeit hatten wir Balken von der Decke demontiert, das hat Spaß gemacht.
Nachdem ich “der alte König in seinem Exil”, ein Buch von Arno Geiger über Demenz fertig gelesen habe, ist wieder Zeit für ein neues Buch:
“Fabian, die Geschichte eines Moralisten” von Erich Kästner hab ich gestern mit Oma zu lesen angefangen. Jede liest eine Seite laut vor, immer abwechselnd.
Mir macht es Spaß mich ein bisschen um die Küche zu kümmern, aber kochen ist immer noch nicht so das was ich toll finde. Einkaufen war ich die letzten Tage auch mal, bin mit dem Rad rausgefahren.
Letztens hatte ich mich für einen Job in Kaufbeuren bei einer Art Sozialstation beworben, da hab ich in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch, es ist nur eine Zwischenlösung. Leider hab ich wegen meiner Ausbildung immer noch keine Rückmeldungen bekommen.
Ich warte..
Da ich hier viel mehr von der Welt mitbekomme, könnte ich mich auch viel mehr über das ganze Weltgeschehen aufregen. Es ist alles Wahnsinn und schwachsinn. Ich hör beim Spazierengehen Wizo, Dummensch, das trifft es ziemlich gut. Aber ich will mit was schönem enden, Agi malach, sexualpädagogin und Gründerin von vulvinchen hat einen Podcast. Ich freu mich drauf!

Natur

Der neue Rhythmus tut mir gut, morgens um 7 Frühstücken, dann vormittags arbeiten, Mittagspause, nachmittags arbeiten, abends noch kochen. Heute gabs spaghetti mit Tomatensoße und tomatensalat. Danach bin ich noch spazieren gegangen, hab einen schwimmenden Biber gesehen und süße Kühe und Kälber, einen graureier und Störche. Mal andere Natur zu sehen ist schön und spannend. Auch hier gibt es Nazi- Aufkleber, aber viel zu hoch, da komm ich nicht hin..
auf arte haben wir noch ne Doku über Alkohol und Amazon angeschaut. War interessant und jetzt gehts dann schlafen

Endlich Arbeiten

Inzwischen bin ich bei meiner Tante, Onkel und Oma. Am Samstag sind wir mit dem Auto hier her gefahren und waren mit den Hunden spazieren und haben gekocht. Es gab Spargel und Salate. Gestern, als die anderen dann wieder gefahren sind, bin ich da geblieben und hab gemalt und telefoniert.

Heute hab ich im Geschäft mitgeholfen und dann abends habe ich spargelcreme suppe gemacht und eingefroren. Außerdem haben wir ein wirklich nicht einfaches Puzzle fertig bekommen. Es hat den ganzen Tag geregnet und es war wieder kälter.

Ich hab ein neues Buch angefangen zu lesen und bin dabei mich hier einzugewöhnen.

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